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Kurzüberblick
Die Gründung der Burg Frankenberg wird in der Sage mit Fastrada, der Frau Karls des Großen, in Verbindung gebracht. Ende des 13. Jahrhunderts wurde die Burg als Wasserburg erbaut. Als Lehen der Herzöge von Jülich war sie im 14. Jahrhundert im Besitz der Familie von Merode, die von hier aus die Vogtei über Burtscheid ausübte. Mitte des 19. Jahrhunderts wieder aufgebaut, war die Frankenburg seit 1897 Wohnsitz und Arbeitsstätte des Flugzeugbauers Hugo Junkers; 1961 wurde mit den Resten der stadthistorischen Sammlungen erstmals ein Heimatmuseum eingerichtet.
Fastrada
Als Karl der Große sich in Zürich aufhielt sei - so die Sage - eine Schlange zu ihm gekommen, die sich beklagte, eine Kröte säße auf ihren Eiern. Karl solle doch darüber richten, wem die Eier zustünden. Das Urteil des Königs fiel zugunsten der Schlange aus, die ihm zum Dank einen Zauberring schenkte. Wer diesen Ring trage, den würde der König unwiderstehlich und für immer lieben. Karl schenkte ihn seiner Frau Fastrada.
Als Fastrada starb, war die Trauer des Königs so groß, dass auch Volk und Bischöfe in Sorge um ihren König gerieten. Die Lösung fand Erzbischof Turpin, ein Getreuer der Tafelrunde Karls. Er zog Fastrada den Ring vom Finger und warf ihn während einer Jagd in einen Sumpf. Daraufhin verliebte sich Karl in eben diesen Ort, auf dem die Burg Frankenberg erbaut wurde.
Geschichte des Museums
Die Legende verlegt die Entstehung der Burg Frankenberg in die Zeit Karls des Großen: Die Sage erzählt, dass das Pferd des Kaisers während eines Jagdrittes nahe den Resten einer römischen Warte die heißen Quellen entdeckt habe, worauf Karl der Große die Burg wieder aufbauen und in der Nähe eine Stadt mit Namen Aachen errichten ließ. Auch die Fastrada-Sage ist mit der Burg verbunden, denn als Bischof Turpin den Zauberring der verstorbenen Lieblingsfrau in den See der Burg Frankenberg warf, ließ sich der große Kaiser häufiger zum melancholischen Verweilen an diesen romantischen Ort locken.
Die geschichtlichen Zeugnisse nehmen sich dieser volkstümlichen Phantasie gegenüber zunächst bescheiden aus. Auf der kleinen Felskuppe, die sich südwestlich der Stadt ehemals aus den Wiesengründen des Aachener Talkessels erhob, erbaute wahrscheinlich um die Mitte des 13. Jhs. ein Ritter Arnold 1. von Frankenberg, Vogt von Burtscheid, eine erste Burg. 1352 wird die Burg als ein Lehen der Markgrafen, der späteren Herzöge von Jülich, urkundlich erwähnt. Vom Ende des 14. Jhs. bis 1580 war sie im Besitz der Herren von Merode-Frankenburg, die weiterhin die Vogtei über Burtscheid ausübten und mehrere Fehden mit der Stadt Aachen hatten. In diesem Zusammenhang kam es im Auftrag des Jülicher Herzogs auch zu einer kurzzeitigen Münzprägung auf der Frankenburg (1499-1501). Als Adam 111. von Merode-Frankenburg, auf seiten der Niederländer kämpfend, 1579 bei der Einnahme Maastrichts durch die Spanier fällt und diese kurz darauf die Burg beschießen, erlosch die Linie, und die Frankenburg verlor allmählich an Bedeutung. Als schließlich im Jahre 1583 Johann Reichsfreiherr von Merode-Houffalize zu Kalkofen mit der Burg belehnt wurde (unter Verlust der Vogtei), hielt er sich schon nicht mehr an die von Wilhelm von Jülich geforderte Wiederherstellung der Gebäude. Zum weiteren Verfall trugen auch die Besetzungen durch Gaston de Spinola, den spanischen Gouverneur zu Limburg (1598), und durch Jülich-Clevische Truppen (1608) bei. Erst in der Mitte des 17. Jhs. kam es zu umfangreichen Renovierungen. Die späteren Eigentümer der Burg, die Herren von Merode-Houffalize zu Frenz (seit 1728), haben ihren Besitz aber wahrscheinlich nicht mehr selbst bewohnt, so dass die Burg wieder zusehends dem Verfall preisgegeben war.
Als der Landrat des Kreises Aachen, Friedrich von Coels (ab 1851: von der Brügghen), 1825 die Frankenburg von der letzten Erbin, Freifrau Regina von Merode-Houffalize zu Frenz. für 15500 Taler erwarb. ließ er in den Jahren 1834-38 Burg und Vorburg in teilweise historisierenden Formen wiederherstellen.
Sein Wappen, ursprünglich über dem Außenportal angebracht, befindet sich jetzt in der Eingangshalle. Der halb eingefallene Bergfried wurde wieder aufgebaut und mit Zinnen bekrönt, ebenso der südwestliche Nebenturm am Hauptgebäude. Die von Cremer signierten Umbaupläne weisen außerdem eine Neugestaltung der Gartenanlagen und Wasserbrücken sowie zwei Ecktürme für die östlich gelegene Vorburg aus. 1872 wurde die Frankenburg an die Baugesellschaft Frankenberger AG verkauft, die nordwestlich der Burg ein neues Wohnviertel, das Frankenberger Viertel, errichtete.
Ende des 19. Jhs. wurden Vorburg und Wirtschaftshof abgetragen, das umliegende Gelände bebaut und in der Hauptburg Wohnungen eingerichtet; nur ein Rest des Parks und des Schlossweihers blieben erhalten. Seit 1897 diente die Frankenburg dem Flugzeugbauer Professor Hugo Junkers als Wohnung und zeitweise auch als Laboratorium.
Nach 1945 in den Besitz der Stadt Aachen gelangt, fand hier zunächst das Arbeitsamt Aufnahme, bis im Jahre 1961 nach der Renovierung der Räume ein Heimatmuseum eingerichtet wurde. Auch die Restaurierungswerkstätten der Aachener Museen und (zeitweise) eine Außenstelle des Rheinischen Landesmuseums wurden in den Gebäuden untergebracht. 1968 gelangte ein großer Teil der kunstgewerblichen Sammlungen des Suermondt-Museums in die Frankenburg, die im Jahre 1971 noch einmal umfassend renoviert wurde. Dabei erfuhr auch der Innenhof eine Neugestaltung, wobei u.a. der alte Burgbrunnen wieder freigelegt wurde.
In den letzten Jahren lag das Schwergewicht der Museumsarbeit auf einem Ausbau der stadtgeschichtlichen Sammlungen, zumal hiermit an eine alte Aachener Museumstradition angeknüpft wird. Die Stadtgeschichte nahm schon in dem im Jahre 1910 in den Räumen des Ponttores eröffneten "Historischen Museum" breiten Raum ein und wurde dann 1931 im "Großen Haus" in der Pontstraße 13, dem heutigen "Internationalen Zeitungsmuseum", neu präsentiert.
Nach der Schließung und Auslagerung der stadtgeschichtlichen Sammlungen (seit 1. September 2010) soll in der Burg Frankenberg ein Bürger- und Kulturzentrum entstehen.
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